Im Moment haben wir in unserer kleinen Homeschule das Thema Ernährung. Begonnen haben wir mit der Milch. Aus was besteht Milch, was kann man aus Milch alles machen? Und wo kommt die Milch her?
Also haben wir dem Bauernhof hinter unserem Haus am Wochenende einen Besuch abgestattet. Der Bauer war super nett und wir hatten Glück, dass gerade die letzten Kühe gemolken wurden.
Es waren 8 Kühe, die gleichzeitig an der Melkmaschine standen und dabei gemütlich fraßen. Zog der Bauer an einem Seil, so fiel neues Kraftfutter in die Tröge. Der Bauer erzählte uns, dass er sogar eine Kuh habe, die selber an dem Seil zog um für Futternachschub zu sorgen.
Dann zeigte er uns noch, wie er die Melkmaschine reinigte und den großen Tank, in dem die Milch gesammelt wird. Die Milch im Tank wird gekühlt und ständig umgerührt wird. Alle zwei Tage kommt der Milchlaster und holt die Milch ab.
Zweimal täglich müssen die Kühe gemolken werden. Nach dem ersten Melken, das um 7.00 Uhr morgens erledigt wird, gehen die Kühe auf die Weide. Wobei nicht alle Kühe so gerne auf die Weide gehen, da ihnen das Kraftfutter im Stall viel besser schmeckt. Der Bauer hat 80 Kühe, von denen aber nur die Hälfte Milchkühe sind
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Die Kühe stehen im Stall auf einem Spaltenboden, durch den ihre Ausscheidungen in einen großen Tank fallen. Die Gülle aus dem Tank pumpt der Bauer regelmäßig ab und fährt sie mit einem Vakuumfasswagen auf das Feld.
Unser Nachbarsbauer hat eigentlich Tiermedizin studiert und hat den Hof von seinem Vater übernommen. Er hat vier Kinder, von denen zwei auch Tiermedizin und einer Elektrontechnik studieren. Was mich wirklich sehr beeindruckte, denn schließlich denkt man immer, zum Bauer sein gehört nicht viel. Und der Spruch mit den dümmsten Bauern und den dicksten Kartoffeln liegt zumindest mir auch immer auf der Zunge.
Nachmittags waren wir durch Zufall auf einem zweiten Hof. Gut Paulinenwäldchen, einem Biobauernhof im Aachener Norden und machten dort eine Hofführung mit. Auch dieser Bauer hatte Kühe - 45 an der Zahl - , aber keine Milchkühe, sondern Schlachtvieh. Die Kühe sind mit ihren Kälbern von Frühjahr bis Herbst auf den Weiden. Der Biobauer erzählte uns, dass neben der artgerechteren Haltung auf Biohöfen die Anzahl der Tiere sich dadurch begrenze, dass die Tiere ausschließlich von hofeigenen Produkten ernährt werden dürfen.
Zum Gut Paulinenwäldchen gehören 135 Hektar Land an verschiedenen Standorten. Hauptsächlich werden hier Tomaten, Salate, Wintergemüse und Kartoffeln angebaut. Die Produkte werden direkt vertrieben über die Abokiste und den Hofladen. Zudem gibt es Kooperationen mit zwei anderen Höfen, die weitere Produkte für den Hofladen und die Kisten liefern.Vertrieben werden vom Hof neben den eigenen auch regionale Produkte, aber auch Bananen, Kiwis usw. Nur 30% der Produkte im Laden sind vom Hof selbst.
Der Hof hat gut 40 Mitarbeiter und auch dieser Bauer war studiert, nämlich Agrarwissenschaft und er arbeitet 70 bis 80 Stunden durchschnittlich pro Woche. In der Haupterntezeit sogar mehr. Dieser gelungene Tag hat meinen Homeschüler und mich wirklich total beeindruckt.