Gestern war ich zusammen mit meinen Söhnen und anderen Freilernern im Malort in Düsseldorf. Der Malort ist ein Raum, in dem man vor Druck und Beeinflussung geschützt malen kann. Die anderen dort, sind nicht Zuschauer, sondern Spielgefährten, sie malen auch.
Es ist zudem ein Ort der Stille, so war es zumindest für mich, Bewertungen und Interpretation von Bildern werden ausgeblendet, ja sie sind sogar verboten.
Hier kann jeder sein und malen, was er möchte, ohne Kontrolle ohne Leistungsdruck. Nur der Maler und das Malen sind wichtig. Das Ergebnis ist geschützt, so geschützt, dass es am Malort verbleiben muss und nicht mit nach Hause genommen werden darf.
Der Malort ist eine Erfindung von Arno Stern, dessen Sohn André Stern auch hier in Deutschland durch sein Buch "...und ich war nie in der Schule": Geschichte eines glücklichen Kindes bekannt ist.
Ich fand es sehr spannend, wie groß der kleine Raum sein kann, wenn man einzig allein auf sein Bild konzentriert ist. Man fühlt sich frei und eins mit seinem Bild. Allerdings ist man nicht in allem frei, denn im Malort gibt es Regeln. So gibt es zu jeder Farbe drei Pinsel, die auch immer wieder zu der Farbe zurück gelegt werden müssen. Farben dürfen weder in den Töpfen noch auf dem Bild selbst gemischt werden. Kleksen oder Spritzen ist auch nicht erlaubt.
Christiane Augustin-Malysz die Leiterin des Malortes in Düsseldorf ist eine unwahrscheinlich nette und hilfsbereite Frau, die es schafft, dass man die Regeln gerne einhält und die auch noch nett ist, wenn man zum zehnten mal den falschen Pinsel in die falsche Farbe getaucht hat.
Nach dem Malen, hat Christiane noch etwas über die Geschichte des Malortes erzählt und mir ist dabei wieder einmal bewusst geworden, wie wenig sinnvoll es ist, die Bilder der eigenen Kinder zu bewerten in welcher Form auch immer.
Es war ein tolles und auch lehrreiches Erlebnis und auch meine beiden Söhne waren total begeistert. Wir schauen sicher irgendwann wieder vorbei. Vielen Dank noch einmal für die liebevolle Betreuung.







