Heute möchte ich euch gerne Hanna Lindner von Hannafaktur vorstellen.
Hanna ist Designerin aus Karlsruhe und bietet neben wunderbaren Stempeln, auch Karten, Kalender und Broschen auf DaWanda an. Sie hatte die grandiose Idee, die Hölzer für die Stempel aus alten Möbeln zu machen, was jeden Stempel einzigartig und zu etwas ganz Besonderem macht. Sie hat sich freundlicherweise bereit gestellt, meine neugierigen Fragen zu beantworten.
1. Stempel nehmen in deinem Shop einen großen Raum ein. Hast du mit
Stempeln angefangen? Wie bist du darauf gekommen, Stempel zu verkaufen?
Meine ersten Produkte waren kleine bestickte Filzvogelanstecker, später auch Eulen und Häschen. Und genau das waren auch die ersten Stempelmotive, die Filzanstecker habe ich eigentlich 1:1 als Stempel umgesetzt, die gestrichelte Outline entsprecht der Stickerei.
Und stempeln ist prima, ich mag das total gerne. Man kann damit so viel machen! Mit dem Tropfen-Duo hab ich mir zum Beispiel ein T-Shirt bestempelt.
2. Woher kam die Idee, das Holz für deine Stempel aus herrenlosen Möbeln zu machen?
Statt neue Stempelhölzchen zu kaufen wollte ich gerne etwas wiederverwenden, etwas zu einem Leben erwecken, was schon eine Menge Leben hinter sich hat. Ich musste eine ganze Weile nachdenken bis ich auf die Lösung „Stühle“ kam, ich glaube auf die konkrete Idee kam ich mit einer Freundin zusammen, die ebenfalls großer Sperrmüllfan ist. Ist doch auch doof, wenn noch “gute” Sachen einfach so auf dem Müll landen.
3. Lebst du von den Verkäufen im Shop, oder ist das mehr ein Hobby?
Ich lebe nicht vom Verkauf der Hannafaktur-Produkte, aber mehr als ein Hobby ist es schon. Zum Glück erlaubt mir meine Arbeit als freie Grafikdesignerin, das zeitlich relativ flexibel zu regeln.
4. Du hast tolle Karten und Bierfilze mit Farn und Misteln. Mit welcher Technik sind die gestaltet?
Die Bierfilze sind mit selbst belichteten Photopolymerplatten im Hochdruckverfahren bedruckt. Das Belichten und Verarbeiten der Platten habe ich bei Peter und Christina von der „Handpresse“ in Zürich gelernt, die beiden haben mir eine Menge guter Tipps gegeben, auf die ich wohl nie selbst gekommen wäre. Und am zweiten Tag habe ich auch den Dialekt verstanden =)
5. Was wolltest du werden, als du ein Kind warst?
Krankenschwester! Dann Metzger. Aber im Grunde kann ich nicht so gut Blut sehen, deshalb nahm ich davon letztlich Abstand.
6. Woher bekommst du deine Inspirationen?
Mich inspiriert eigentich alles: Brotkrümel, ein Vogel auf dem Balkon, Geschichten und Begebenheiten, und alte Gegenstände, die eine Geschichte zu erzählen haben. Und natürlich auch das was andere so machen, klar.
7. In deinen Motiven tauchen immer wieder Eulen auf. Hast du einen besonderen Bezug zu diesen Tieren?
Ich mag eigentlich alle Vögel gerne, wie man zum Besipiel an meinem Terminkalender sieht, da hat es ja allerlei Vögel drin! Aber Eulen im Besonderen beruhigen mich irgendwie so. Die sind nachtaktiv und fliegen ohne Radau zu machen durch Wald und Wiese, und sind auch eher gerne mal so für sich. Das ist mir sympathisch.
8. Was tust du, wenn du nicht arbeitest?
Gerne gehe ich hausfräulichen Tätigkeiten in der Küche nach, arbeite ein bisschen in meinem Lieblingseventcafé NUN oder organisiere mit Freunden die Klamottentauschparty RESCHIQUE. Im Bezug auf jeden Tag sind die Aktivitäten natürlich weniger spannend: Essen, Reden, Nachdenken, Trödeln, Dinge entdecken, Lesen (Magazine, Blogs, etc), Filme kucken, und zur Zeit ganz viel Musik hören und manchmal auch machen.
9. Welche drei Künstler oder Designer schätzt du besonders?
- Joachim Wissler für seine Champignonwiese.
- Klein aus Hamburg für den besten Konzertbesuch seit einem Jahr.
- The Dear Deer für sein wunderbares Bambi-T-Shirt (gibts auch bei Dawanda
).
10. Welcher Satz hat dein Leben am meisten beeinflusst?
The way out is through. (Nine Inch Nails)
Liebe Hanna, ganz herzlichen Dank für das tolle Interview.


